Gewerbeschein, kurzfristige Beschäftigung oder 450 Euro Basis?

Zunächst mal dürfen wir hier keine Steuertipps geben. Aber ganz grundsätzlich kann man folgende Bereiche unterscheiden:

Kurzfristige Beschäftigung: Lohnsteuer, Sozialversicherung, etc.

Informationen zu Lohnsteuer und zur Kurzfristigen Beschäftigung für Arbeitnehmer, Schüler, Studenten.

Die Kurzfristige Beschäftigung ist ein befristetes Arbeitsverhältnis, welches vom Gesetzgeber für saisonale Arbeiten geschaffen wurde. Ein Arbeitnehmer darf pro Jahr höchstens 70 Tage als kurzfristig Beschäftigter arbeiten und darf diese Tätigkeiten nicht berufsmäßig durchführen. Das Arbeitsverhältnis ist optimal geeignet um als Student, Schüler, Auszubildender oder nebem dem Vollzeit bzw. Teilzeit Job etwas hinzuzuverdienen. Da es ein befristetes Arbeitsverhältnis ist, muss der Arbeitsvertrag zur kurzfristigen Beschäftigung einen Befristungsgrund enthalten. Der Hauptvorteil der Kurzfristigen Beschäftigung liegt darin, dass keine Sozialabgaben anfallen, jedoch muss ganz regulär Lohnsteuer gezahlt werden.

Jede Person in Deutschland darf pro Kalenderjahr 70 Tage als kurzfristig Beschäftigter arbeiten. Es können auch mehrere Kurzfristige Beschäftigungen aufgenommen werden, aber die Dauer all dieser Arbeitsverhältnisse darf pro Kalenderjahr die 70 Tage nicht überschreiten. Sollte im Rahmen einer Beschäftigung diese Grenze überschritten werden, so handelt es sich ab diesem Arbeitsverhältnis nicht mehr um eine kurzfristige Beschäftigung und es fallen für diesen Job regulär Sozialversicherungsbeiträge an. Sonstige Aushilfsjobs im Rahmen eines Minijobs, Midjobs, Werkstudententätigkeiten, etc. werden nicht hinzugerechnet, da es sich bei diesen nicht um eine kurzfristige Beschäftigung handelt. Das heißt, dass zum Beispiel ein Student regulär mehrere Monate als Werkstudent oder Minijobber arbeiten kann und zusätzlich 70 Tage pro Kalenderjahr eine oder mehrere Kurzfristige Beschäftigungen ausführen darf.

Wir sind mit der Software ELSTER mit dem Finanzamt verbunden und das Finanzamt teilt automatisch die richtige Steuerklasse zu. Einbehaltene Lohnsteuer kann beim Lohnsteuerjahresausgleich angegeben werden

Ge­wer­be­schein und Kleingewerbe?

Mit ei­nem Ge­wer­be­schein be­schei­nigt ein Un­ter­neh­mer sei­ne ge­werb­li­che Tä­tig­keit. Das Schrift­stück do­ku­men­tiert al­so ein­fach nur, dass du dei­ne von dir durch­ge­führ­te be­zahl­te Tä­tig­keit als Dienst­leis­tung an an­de­re an­bie­test. Rein recht­lich bist du al­so kei­ne Ar­beits­kraft für dei­nen Ar­beit­ge­ber, son­dern ein Ser­vice­dienst­leis­ter für dei­nen Auf­trag­ge­ber.

Für uns hat das den Vor­teil, dass da­durch auf­wän­di­ge Buch­hal­tung er­spart wird, wenn wir Dich als Stu­dent/Schüler etc. mit Ge­wer­be­schein in An­spruch nehmen. Da­durch stei­gerst du dei­ne At­trak­ti­vi­tät, wirst ent­spre­chend bei der Ver­ga­be von Auf­trä­gen oft be­vor­zugt und bekommst Dein Geld schneller. ABER: Du darfst nicht ausschließlich für uns arbeiten sondern musst auch für andere Agenturen bzw. Auftraggeber tätig sein, sonst handelt es sich um eine Scheinselbstständigkeit.  Auf Deinen Rechnungen muss dies anhand der fortlaufenden Rechnungsnummer nachvollziehbar und für uns ersichtlich sein.

Ist für Stu­denten ein Klein­ge­wer­be aus­rei­chend?

Ein Klein­ge­wer­be als Stu­dent an­zu­mel­den ist in der Re­gel aus­rei­chend, da die selbst­stän­di­ge Tä­tig­keit nor­ma­ler­wei­se nur be­glei­tend zum Stu­di­um aus­ge­führt wird. Al­ler­dings musst du dar­auf ach­ten, dass du im ers­ten Jahr dei­ner Selbst­stän­dig­keit nicht mehr als 17.500 € jähr­lich ver­dienst. Das wä­ren al­so knapp 1460 €/Mo­nat. In den dar­auf­fol­gen­den Jah­ren darf der Um­satz nicht über 50.000 € lie­gen (Stand 2018).

Wenn du mehr ver­die­nen möch­test, soll­test du dir ge­nau über­le­gen, ob sich der hö­he­re bü­ro­kra­ti­sche Auf­wand lohnt (Bi­lanz­buch­füh­rung, re­gel­mä­ßi­ge Steu­er­ab­ga­ben, Um­satz­steu­er-Vor­an­mel­dung an das Fi­nanz­amt, Vor­steu­er etc.).

Die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung hat meh­re­re Vor­tei­le für dich:

  • Du musst auf dei­nen Rech­nun­gen nicht zwin­gend Um­satz­steu­er aus­wei­sen
  • Du bist nicht zu ei­ner kom­pli­zier­ten ge­schäft­li­chen Bi­lanz­buch­füh­rung ver­pflich­tet
  • Du kannst dei­ne Ein­nah­men am Jah­res­en­de in der Steu­er­er­klä­rung oh­ne gro­ßen Auf­wand an­ge­ben

Ach­tung:
Wenn du kei­ne Um­satz­steu­er an das Fi­nanz­amt ab­füh­ren möch­test, musst du dies bei der Rech­nungs­stel­lung durch den Satz „Ge­mäß § 19 UStG wird kei­ne Um­satz­steu­er be­rech­net.“ kennt­lich ma­chen.

Wie be­an­tra­ge ich ei­nen Ge­wer­be­schein?

Ei­nen Ge­wer­be­schein be­an­tragst du beim zu­stän­di­gen Ge­wer­be­amt für dei­ne Be­triebs­stät­te. Die Kosten belaufen sich einmalig auf ca. 30 – 60 €.

Die Info auf dieser Seite soll Dir nur einen groben Überblick geben, bitte informiere Dich zu Deiner Sicherheit bei Deinem Finanzamt, Deinem Steuerberater oder einem Rechtsanwalt. Wir geben hier keine Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit…dürfen wir auch nicht.

450 € Vertrag, Minijob

Wie der Na­me schon sagt, liegt die Ver­dienst­gren­ze bei ei­nem re­gel­mä­ßi­gen Mo­nats­lohn von 450 € – das ent­spricht ei­nem Jah­res­ver­dienst von 5.400 € (Stand 2018). Mo­na­te mit Mehr­ar­beit kön­nen – so­fern sich dies in ei­nem über­schau­ba­ren Rah­men be­wegt – durch Zeit­räu­me mit ge­rin­ge­rem Ge­halt aus­ge­gli­chen wer­den. Maß­geb­lich ist, dass die Jah­res­ver­dienst­gren­ze nicht über­schrit­ten wird. Bei ei­ner nicht ganz­jäh­ri­gen Tä­tig­keit wird an­tei­lig ge­rech­net.

Die re­gel­mä­ßi­ge Ver­dienst­gren­ze fin­det auch An­wen­dung, wenn zwei 450-Eu­ro-Jobs oder mehr als Stu­dent/Schüler etc. bei unterschiedlichen Auftraggebern aus­ge­übt wer­den. Das Ein­kom­men aus den Tä­tig­kei­ten wird in die­sem Fall ein­fach ad­diert und darf zu­sam­men­ge­rech­net den Ma­xi­mal­ver­dienst (also 450,00 € pro Monat) nicht über­stei­gen.

Ei­ne Aus­nah­me gibt es al­ler­dings: Ein kurzfrisitger Minijob kann zu­sätz­lich zu ge­ring­fü­gi­gen Mi­ni­jobs für max. 70 Ta­ge über­nom­men wer­den (Stand 2018). Auch wenn ein Jah­res­ver­dienst von 5.400 € über­schrit­ten wird, sind bei­de Tä­tig­kei­ten steu­er- und so­zi­al­ver­si­che­rungs­frei.